Wer nach Hiddensee kommt, der möchte vor allem eines – die wunderbare Ruhe und die Landschaft genießen. Den Lärm und die Hektik der Großstädte sucht man hier vergebens.
Zwischen der märchenhaften Dünenheide, den sanften Hügeln des Hochlandes und den flachen, kargen Landzungen läuft das Leben auf einer Fläche von gerade einmal 18 Quadratkilometern gemächlich dahin.
Die nahezu autofreie Ostseeinsel westlich von Rügen ist knapp 17 Kilometer lang und an der schmalsten Stelle nur 250 Meter breit.
Das Fahrrad ist das wichtigste Transportmittel und wird sowohl von Einheimischen als auch den Urlaubsgästen viel und gern genutzt. In jedem Ort kann man sich Räder ausleihen. Wer gern wandert, findet abseits der Straße und der Radewege genügend Fußwege, auf denen er die Landschaft der Insel erkunden kann. Besonders romantisch kann auch eine Kutsch- oder Kremserfahrt sein und wer gern einmal auf dem Rücken eines Pferdes durch die Heide galoppieren möchte, der kann die geführten Reittouren für Anfänger und Fortgeschrittene nutzen.
Die ursprüngliche Natur der Insel lässt sie zu einem Urlaubsparadies werden. Statt asphaltierter Straßen findet man auf Hiddensee Trampelpfade und ungepflasterte Wege, statt großer Hotels weißgetünchte und reetgedeckte Häuser.
Flachküsten wechseln mit hoch aufragenden Riffs, Bodden, Nehrungen und Strandseen drängen sich auf engstem Raum.
Hiddensee wurde vom 13. bis zum 16. Jahrhundert von den Zisterziensermönchen beherrscht. Von dem einstigen Kloster, das nach der Reformierung aufgegeben und im 30- jährigen Krieg zerstört wurde, steht nur noch die Inselkirche.
Die vier Orte – mit Neuendorf ganz im Süden und Kloster im Norden – liegen acht Kilometer auseinander, für einen längeren Spaziergang oder eine Radtour genau die richtige Entfernung.
Jeder der Orte hat seine kleinen spezifischen Eigenheiten, die ihn unverwechselbar machen. Neuendorf steht komplett unter Denkmalschutz und hat sich den ursprünglichen Charakter eines Fischerdorfes erhalten. Die Häuser stehen frei auf der grünen Wiese, jedes mit dem Eingang nach Süden ausgerichtet. Zäune braucht es hier nicht.
Grieben ist der älteste und kleinste Ort der Insel. Uralte Feldsteinmauern erinnern an die Zeiten, in denen die Insel von Slawen besiedelt war.
Als Hauptort und zugleich auch größter Ort der Insel hat sich Vitte zum echten Zentrum Hiddensees entwickelt.
Gleichzeitig Seebad, Bauerndorf, Feriendomizil und Künstlerkolonie ist Kloster.
Berühmte Persönlichkeiten wie Franz Kafka, Albert Einstein oder Hans Fallada wussten die Vorzüge Hiddensees zu schätzen. Gerhard Hauptmann, Gret Palucca und Asta Nielsen hatten Häuser auf der Insel. Der Schwager der Puppenherstellerin Käthe Kruse, der Maler Oskar Kruse ließ sich 1904/1905 eine Jugendstilvilla bauen, die heute denkmalgeschützt ist.
Typisch für Hiddensee ist der Sanddorn, ein Strauch, der in großen Mengen wächst. Seine leuchtend orangeroten oder gelben Beeren werden zu allerlei Speisen und Getränken sowie in der Kosmetik verarbeitet. Säfte, Likör, Wein, Torte oder Eis, Nahrungsergänzungsmittel und Hautpflegeprodukte – seine Anwendung ist vielseitig. Da die Beeren sehr reich an Vitamin C sind, sind sie außerdem noch sehr gesund.
Für das leibliche Wohl sorgen Gaststätten, Cafés und Restaurants. Für die Zubereitung der Spezialität der Insel, dem Hiddenseer Schmoraal, hat übrigens jede Küche ihr eigenes Rezept.

