In Warnemünde, dem einstigen Fischer- und Seefahrerstädtchen, spürt man noch heute den Charme längst vergangener Tage. Vor der Kulisse schicker Kapitänshäuser liegen bunte Fischerboote im Hafen vor Anker, die heute als Ausflugsschiffe und Räucherfischbuden Scharen von Touristen anziehen. Beim Fischmarkt auf der Bahnhofsinsel zwischen Altem Strom und Seekanal schweben leckere Rauchschwaden aus den Räucherkammern in die Nasen der Marktbesucher. Warnemünde ist zwar heute ein modernes Ostseebad, hat sich aber gleichzeitig etwas Urtümliches und Mondänes bewahrt.
Als “Staatlich anerkanntes Seebad” begeistert Warnemünde seine Gäste mit aufwendig historisch sanierten Gebäuden, maritimen Restaurants, dem Yachthafen, einem Spielcasino und seiner kilometerlangen Promenade, an deren östlichen Ende das Wahrzeichen der Stadt, der 1897 erbaute Leuchtturm mit seinem Hyparschalendach steht.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Warnemünde im Jahre 1195. Bereits 1817 kamen die ersten Badegäste in das Fischerdorf, damals waren die Strände noch streng nach Geschlechtern getrennt. Im Jahre 1882 erlebte Warnemünde eine echte Premiere, denn dort wurde der erste richtige Strandkorb präsentiert. 1922 begann Warnemündes Tradition als bedeutender Flugzeugindustrie-Standort, als Ernst Heikel hier die Flugzeugwerke Warnemünde gründete. In den darauf folgenden Jahren siedelten sich auch die Flugzeugwerke von Walther und Arado an.
Die Royal Air Force vernichtete bereits 1942 die Werke von Heinkel und Arado, damit war ein wichtiger Rüstungsstandort des Dritten Reichs vernichtet. Am 1. Mai 1945 beendete schließlich die Rote Armee den Zweiten Weltkrieg in Rostock und Warnemünde. Ab 1946 entstand in Warnemünde die Warnow Werft, in der Hochseeschiffe gefertigt werden. Heute ist sie eine der modernsten Werften der Welt. 1996 schließlich erhielt Warnemünde den Titel “Staatlich anerkanntes Seebad”, für seine allergenarme Luft, die exzellente Badewasserqualität und das angenehme Ostseereizklima.
Eine hohe Dünenanlage entlang des berühmten Warnemünder Strands schützt die Promenade und die parallel verlaufende Seestraße vor den hohen Wellen des Meeres. Gesäumt wird die Promenade von vielfältigen Buden, die Strandbedarf, Andenken und Erfrischungen zum Verkauf anbieten. Über insgesamt sieben Kilometer erstreckt sich der feine weiße Sandstrand nach Westen hin, in seiner Breite misst er bis zu 100 Meter. Die Ostsee vor Warnemünde ist übrigens auch ein beliebtes Segelrevier, in Warnemünde kann man dazu direkt die passende Ostsee Segelyacht chartern !
Das Hotel Neptun überschattet mit seinen 17 Stockwerken den Warnemünder Strand und ist gleichzeitig das höchste Hotel an der Ostsee Mecklenburg-Vorpommerns. Es wurde 1971 mit dem ersten Wellenbad der DDR errichtet und nach der Wende rundum erneuert. Im „Arkona-Spa“ kann man ganz entspannt die Regentage des Urlaubs begehen, Meereswasserschwimmbad, Gegenstromanlage und ein Thalassozentrum lassen aber keine Langeweile aufkommen.
Kleiner Tipp: Warnemünde ist auch ein sehr guter Standort für Investitionen in eine Ostsee Immobilie.
Wer den Nervenkitzel liebt, der kommt im Kurhaus mit Spielkasino auf seine Kosten. Aber auch rein architektonisch ist das 1928 im einfachen Bauhausstil errichtete Gebäude einen Besuch wert. Ein Hingucker ist auch die schön geschwungene Dachkonstruktion des Teepotts unterhalb des Warnemünder Leuchtturms. Bis zur Zerstörung im Krieg befand sich dort ein Teepavillon, der aufgrund seiner runden Form den Namen Teepott erhielt. Im Neubau aus dem Jahre 1968 befinden sich nun zwei Restaurants, ein Souvenirshop und eine Ausstellung über Andenken aus 50 Jahren Seefahrt. Der Aufstieg zu dem Leuchtturm lohnt nicht nur wegen der grandiosen Aussicht, sondern auch weil man von ihm aus auf die 541 Meter lange Westmole gelangt. Am Fuß des Leuchtturms gibt es eine Ausstellung zur Entwicklung des Fischerdorfs Warnemünde hin bis zum Ostseebad. Auf Nachfrage machen die Leuchtturmmänner auch gerne eine Führung. Ein absolutes Highlight ist jedes Jahr am Neujahrstag die Show „Leuchtturm in Flammen“, bei der der Turm mit Lasershow, Musik und Feuerwerk grandios in Szene gesetzt wird.
Ein absolutes Muss bei einem Urlaub in Warnemünde ist der Besuch des Alten Stroms und der Alexandrinenstraße, denn das sind die zwei ältesten Straßen des Städtchens. Dort ziehen sich in zwei Reihen alte Kapitäns- und Fischerhäuser entlang mit den für Warnemünde so typischen Veranden, auf denen heute die Tische der Restaurants stehen. In einem der Häuser in der Alexandrinerstraße befindet sich das Heimatmuseum, das vom Leben der Fischer und Seeleute erzählt.
Während der Sommermonate finden viele verschiedene Feste in Warnemünde statt, wie beispielsweise das Stromerwachen im Mai, die Warnemünder Woche im Juli und die Hanse Sail Rostock im August. Mit seinem schönem Charme ist Warnemünde aber definitiv zu jeder Jahreszeit eine Reise wert.

